Das Programm „Soziale Stadt“

Das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ ist ein Teilprogramm der Städtebauförderung und hat mit seinem Vorgängerprogramm „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ seine Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Hier hat sich der Strukturwandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft besonders früh und deutlich gezeigt: Arbeitsplätze im kohle- und stahlverarbeitenden Sektor fielen weg und viele Menschen – oft mit Zuwanderungshintergrund – wurden arbeitslos. Die daraus resultierenden Probleme zeigten und zeigen sich häufig in den ärmeren Stadtteilen der Ballungszentren, die oftmals baulich in einem vergleichsweise schlechten Zustand waren oder noch sind und nicht mehr den Anforderungen des heutigen Wohnens und Arbeitens entsprechen. Um diesen baulichen und sozialstrukturellen Problemlagen begegnen zu können, wurde klar, dass es komplexer und „integrierter“ Lösungsansätze bedarf, die in besonderer Weise vorhandene Förderinstrumente von Land, Bund und der Europäischen Union räumlich bündeln. Damit sollen das Umfeld für private Investitionen in Gebäude und Wohnungen verbessert und möglichst nachhaltige Entwicklungen angestoßen werden.

Als Antwort auf diese Entwicklungen schenkt das Programm „Soziale Stadt“ seit dem Jahr 1993 gerade Quartieren in den Städten besondere Aufmerksamkeit, die vom Strukturwandel und von sozioökonomischen Veränderungsprozessen stark betroffen sind. Leitidee des Programms ist es, vorhandene Kräfte zu mobilisieren, um positive Veränderungsprozesse anzustoßen. Ziel ist es, in den Quartieren stabilisierende Entwicklungen und selbsttragende Prozesse in Gang zu bringen: Es muss gelingen, dass die Bewohnerschaft dieser Stadtteile oder Quartiere Teil der städtischen Gemeinschaft bleiben und die Gebiete von sich aus als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum attraktiv und lebenswert bleiben.

Das Programm „Soziale Stadt“ ist ein erfolgreiches Programm. Seit 1994 wurden in Nordrhein-Westfalen mehr als 140 Programmgebiete gefördert, bundesweit kam das Programm seit 1999 in über 850 Programmgebieten zum Einsatz. Ein Schwerpunkt bei der Gebietsauswahl liegt in Groß- und Mittelstädten. Diese Städte sind vergleichsweise höher mit Arbeitslosigkeit und Haushaltsproblemen belastet. Im Hinblick auf die städtebaulichen Merkmale der Fördergebiete lässt sich festhalten, dass diese überwiegend und im bundesweiten Vergleich durch eine Wohnnutzung gekennzeichnet sind, wobei in den altindustriell geprägten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Saarland überdurchschnittlich häufig auch Mischnutzungen anzutreffen sind. Hinsichtlich der sozio-demografischen Merkmale lässt sich ein überproportionaler Anteil von migrantischen Bevölkerungsgruppen sowie von Einwohnerinnen und Einwohnern mit geringerem Einkommen und niedrigerem Bildungsniveau feststellen. Insgesamt weisen die vorhandenen Datengrundlagen auf hohe Anteile von Menschen in prekären Lebenslagen hin, die in Soziale-Stadt-Gebieten leben.

Im Folgenden werden die Hintergründe des Programms „Soziale Stadt“ dargestellt. So werden die

auf den weiteren Seiten vorgestellt und für an dem Programm „Soziale Stadt“ Interessierte anschaulich erläutert.